EINBLICKE

Oekomobil

Der Wald, das natürliche Kunstprodukt

Zum 5. Mal veranstaltete der Dachverband Natur Bietigheim-Bissingen am vergangenen Sonntagnachmittag seinen Waldspaziergang. Und wieder unterhielt Revierförster Axel Armbruster die gut 50 Interessierten mit seinen unterhaltsamen und informativen Erklärungen.

Doch zuvor nutzte Dachverbandsvorsitzende Traute die große Zuhörerschaft zu einem kurzen „Werbeblock“ und machte neugierig auf das Produkt des jüngsten Dachverbands-mitglieds: Am Vortag wurden 17 Tonnen Äpfel von Bietigheim-Bissinger Markung angenommen, aus denen „Bietigheimer Apfelsaft“ gewonnen werde. Eine erste Kostprobe könne bei der Abschlussveranstaltung des Blumenschmuckwettbewerbs am 5.10. um 17 Uhr im Kronenzentrum getestet werden.

Dann jedoch konnte Revierförster Armbruster mit seinen Ausführungen beginnen. Schon am Startpunkt erläuterte er anhand der lichten Buchenkronen, wie sich der Wassermangel durch die letzten vier zu trockenen Jahre negativ auf den Wald auswirke. Gleich daneben berichtete er über den Aufwand, eine durch den Sturm Lothar gerissene Brachfläche wieder mit Eichen aufzuforsten: Wildverbisse und schneller wachsenden Konkurrenzbäume würden hier viel Zeit und Aufwand des Försters erfordern, um den Eichen, die im Mittelalter unsere Wälder prägten, gute Wachstumsbedingungen zu geben. Ein Aufwand, bei dem man sich fragen müsse, ob er sich lohne. An anderen Stellen überlasse man die Wiederbesiedlung weitgehend der Natur. Dort würden sich heute Ahorn, Esche und Erle durchsetzen.

Während in der modernen Forstwirtschaft auf möglichst natürliche Weise hochwertiges Holz gewonnen werde, sei in den früheren Jahrhunderten der Wald fürs Überleben der Umwohner wichtig und begehrt gewesen. So lieferte er Brennholz zur Heizen und Kochen sowie Futter für die Tiere, aber auch die Blätter wurden als Streu für die Tierställe genutzt. Der Waldboden sei bis auf die Erde kahlgefegt gewesen, wodurch den Bäumen die wertvollen Nährstoffe der Blätter entzogen worden seien. Deshalb sei es verständlich, dass vor ca. 100 Jahre verstärkt mit Fichten aufgeforstet wurde, die auf diesen nährstoffarmen ausgelaugten Böden am besten ausgekommen sei. Diese Fichten-bestände seien jetzt durch Lothar um 90% reduziert und nur noch in Restbeständen vorhanden. Standortgerecht sei diese Baumart hier nämlich keineswegs.
Traute Theurer dankte im Namen aller für die interessanten 2 Stunden und reservierte sich beim Revierförster schon den nächsten Termin für den Waldspaziergang in 2 Jahre.

Oekomobil

Apfelannahme

Startschuss für die zweite Runde des Bietigheimer Apfelsaftes am 27.09.2008 im Dreschschuppen.

Naturdenkmalen auf der Spur

Keine großartigen Bauwerke und Gold-schätze waren das
Ziel von 40 Wanderern am Sonntag, 08.02.09 sondern ausgewählte naturkundliche Kleinode auf Bietigheimer Markung.

Traditionell hatte der Dachverband Natur mit seinen 16 Mitgliedsvereinen am 2. Februarsonntag zum Markungsspaziergang eingeladen und vierzig Bürgerinnen und Bürger ließen sich vom trüben Wetter nicht schrecken und sind der Einladung zu der knapp 3 stündigen Tour gefolgt.
Unter der Führung von Albrecht Kurz (ADFC) und Wolfgang Wachter (Schwarzwaldverein) sowie fachkundigen Erläuterungen von Rolf Schäfbuch (NaBu) und Elke Grözinger (Ökologische Fachkraft Stadt Bietigheim-Bissingen) gab es Wissenswertes u. a. über den Halbtrockenrasen am Hirschberg, den Steinbruch und die Quelle im Gewann Söllert und die Lettenlöcher im Oberen Wald, die als Naturdenkmale wichtige Rückzugsrefugien für Tiere und Pflanzen sind.

Oekomobil

Oekomobil

Vortrag zu Naturschutz im-Landkreis

Jahreshauptversammlung des Dachverband Natur
im Juni 2009 - Margot Müller neue Kassiererin

Werner Brekle, Leiter des Arbeitskreises des Landesnaturschutzverbandes (LNV) Ludwigsburg war Gast auf der Jahreshauptversamm-lung des Dachverband Natur. Zuvor wurden die Formalien der Jahreshauptversammlung mit den Vorstandswahlen abgearbeitet.

Werner Brekle, seit vielen Jahren im Naturschutz engagiert, konnte fundiert und umfassend über die Erfolge und Mühen der Arbeit im Naturschutz berichten. Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V. (LNV) sei nach dem baden-württem-bergischen Naturschutzgesetz anerkannter Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände in Baden-Württemberg. Er habe das Recht bei Anhörungen zu Planungsverfahren wie z. B. dem Regionalplan, bei Flächennutzungs- und Bebauungs-plänen und auch Flurbereinigungen Stellung zu nehmen.

Der Einsatz für den Schutz der Umwelt sei manchmal von Erfolg belohnt, oft aber auch ohne. So werden in Baden-Württemberg noch immer täglich 10,3 ha Fläche neu überbaut, hauptsächlich für Wohnungsbau. Insgesamt seien ca. 23% des Landes mit Siedlungs- oder Verkehrsflächen belegt, 56% durch Landwirtschaft genutzt und 18% Waldfläche.

In der Jahreshauptversammlung präsentierte Vor-sitzende Traute Theurer in einer kurzen Übersicht die Highlights des vergangenen Vereinsjahres. Angefangen bei der gelungenen Veranstaltung zum 25 Jubiläums des Dachverbandes vor einem Jahr, über das erfolgreiche Projekt „“Bietigheimer Apfelsaft“, das dieses Jahr auch „Bietigheimer Cidre“ auf den Markt brachte bis zur den schon traditionellen Veranstaltungen „Waldspaziergang“, diesmal im Bietigheimer Forst mit Revierförster Armbruster, „Markungsspaziergang“ zu Natur-denkmalen an Hirschberg und Lug und dem Ferienprogramm. An den Feierlichkeiten zu „20 Jahre Grüne Mitte“ beteiligte sich der Dachverband mit einer Radtour durch Streuobstwiesen mit 25 Teilnehmern, die vom Verein Bietigheimer Apfelsaft und ADFC durchgeführt wurde.

Im Vorstand des Dachverbands ergab sich eine Änderung: Egon Hermann stellte sein Amt zur Verfügung. Er erhielt den Dank der Anwesenden für seinen Einsatz und seine Leistung, die Ver-einskasse bis ins hohe Alter von 82 Jahre ein-wandfrei geführt zu haben Die Vorstandswahlen ergaben dann keine Überraschungen: Traute Theurer (1. Vorsitzende), Bernd Holsten (2. Vor-sitzender), Margot Müller (Kassiererin), Inge Schumacher (Schriftführerin) und Albrecht Kurz (Pressewart) wurden einstimmig gewählt.

Oekomobil

Steinkäuze wieder im Kommen

Herbert Keil berichtet über die Steinkauzpflege im Landkreis

Von 8 auf 214 Brutpaare stieg die Population der Steinkäuze im Landkreis Ludwigsburg in den letzten 20 Jahren. Mit ein Verdienst der Forschungsgemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen e.V. (FOGE Eulenforschung). Herbert Keil berichtete über die Arbeit der FOGE auf der Jahreshauptversammlung des Dachverband Natur im vergangenen Monat.
Durch die Schaffung von künstlichen Brutplätzen und der Vernetzung von Brutplätzen sei es inzwischen gelungen, die Population der Steinkäuze im Landkreis wieder zu stärken. Der Lebensraum der Steinkäuze seien offene, mit Baumreihen und Feldgehölzen durchsetzte Kulturlandschaften, die mit einem ausreichenden Angebot an geräumigen Bruthöhlen und Tageseinständen ausgestattet sind. Als Jagdgebiet benötige der Steinkauz nicht zu intensiv bewirtschaftete Flächen mit ganzjährig kurzer Vegetation.
Während der Fortpflanzungserfolg durch die Betreuung der Nistkästen und Beringung von Jungvögeln inzwischen gut erfasst sei, wisse man über das Leben der Steinkäuze außerhalb der Brutröhre noch zu wenig.
Hier setze ein neues Projekt an, das von Herbert Keil in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Vogelwarte Sempach und der Vogelwarte Radolfzell derzeit im Landkreis durchgeführt werde. Dabei werden die Steinkäuze mit einem ca. 7 g schweren UKW-Sender ausgerüstet. So lasse sich bis in eine Entfernung von 50 km die Aufenthaltsorte der Tiere erforschen. Bisher seien ca. 100 Seder im Einsatz, 2010 wolle man noch 100 Jungtiere und 50 Altvögel damit ausstatten.
In ihrem vorhergehenden Tätigkeitsbericht hatte Dachverbandsvorsitzende Traute Theurer schon die Verbindung zur Forschungsgemeinschaft Eulenforschung erläutert. Der Mitgliedsverein „Bietigheimer Apfelsaft“ hatte vergangenes Jahr an der Ausschreibung des Umweltpreises des Landkreises Ludwigsburg teilgenommen und einen mit 1.000 € dotierten 1. Preis erhalten. Davon habe der Verein 10 Nisthilfen für Steinkäuze gesponsert, die zwischenzeitlich von Herrn Keil auf geeigneten Bäumen auf der Bietigheim-Bissinger Markung aufgehängt worden seien.
Als weitere Aktionen im vergangenen Vereinsjahr erwähnte Traute Theurer u.a. noch die Beteiligung des Dachverbandes an der Veranstaltungsreihe „Grüne Mitte - 20 Jahre nach der Landesgartenschau“ mit zwei Veranstaltungen: einer Radtour durch Streuobstwiesen mit 25 Teilnehmern und einem Spaziergang durch die Weinberge unter der fachkundigen Leitung von Kellermeister Andreas Reichert mit einer abschließenden Weinprobe, bei der Reicherts besondere Weine verkostet werden konnten und an der bei wunderbarem Herbstwetter ca. 20 Personen teilgenommen hätten.
Auch am traditionell am 2. Sonntag im Februar stattfindenden Dachverbandsspaziergang hätten trotz kalten Temperaturen und winterlichen Schneeverhältnissen ca. 50 Personen teilgenommen, um die Naturdenkmale auf der Bissinger Markung zu besichtigen. .An dieser Tradition, so die Vorsitzende werde man auch im nächsten Jahr sicher festhalten.

Eselshuette

Bäume in der Stadt

Alle zwei Jahre veranstaltet der Dachverband Natur seinen „Waldspaziergang“. Dieses Jahr jedoch begrüßte Vorsitzende Traute Theurer die knapp 50 Interessierten nicht wie sonst in einem der Wälder auf Bietigheim-Bissinger Markung, sondern am Enzpavillon: Hermann Großmann, Leiter des Bauhofes und der Stadtgärtnerei und „Hausherr des Bürgergartens“ informierte über das Thema „Bäume in der Stadt“.

12.000 Bäume seien im Baumkataster der Stadt Bietigheim-Bissingen verzeichnet, für deren Pflege und regelmäßige Kontrolle die Stadtgärtnerei zuständig sei, so erläuterte Großmann beim Rundgang durch das ehemalige Landesgartenschaugelände. Dabei sei eine Sichtkontrolle aller Bäume zweimal im Jahr vorgeschrieben, die auch entsprechend dokumentiert werden müsse. Im hochfrequentierten Verkehrsraum der Stadt müsse hier besonderes Augemerk auf Standsicherheit gelegt werden. In der Stadtgärtnerei seien 2 Leute ausschließlich mit Bäumen beschäftigt.
Im Bürgergarten wies Hermann Großmann auf die vielfältigen Baumarten hin. Einzig der Kirschbaum in der Mitte der Grünfläche stamme noch aus der Zeit vor der Landesgartenschau im Jahre 1989. Die anderen Bäume seien neu oder aus anderen Teilen der Stadt hierher verpflanzt worden, oft auch Privatbäume, die am seitherigen Standort zu groß geworden waren oder einem Bauvorhaben weichen mussten. Dieses Verfahren der Verpflanzung werde auch heute noch angewandt: die beiden Platanen, die für den Umbau des Arkadengebäudes haben Platz müssen, „parken“ derzeit beim Dressurplatz und warten auf eine neue Heimat.
Vor neue Herausforderungen stellen ändernde Umweltbedingungen die Stadtgärtner. So habe ein lange bekannter, bisher harmloser Parasit mutiert und schädige nun Eschen schwer. Nach dem Ulmensterben vor einigen Jahren werden nun Eschen in großer Zahl im Stadtgebiet absterben. So werde es immer schwieriger, langfristig an Klima und Umwelteinflüsse angepasste Baumarten zu finden.
Der Nutzen der Stadtbäume jedoch könne nicht hoch genug eingeschätzt werden. Geringere Belastung durch Feinstaub und eine angenehmeres Stadtklima wiege, so Großmann, bei weitem den Aufwand der Beseitigung des herabfallenden Laubes im Herbst auf.

Eselshuette

Markungsspaziergang-
Auf den Spuren der Untergänger

Gut 50 Teilnehmer konnte die Vorsitzende des Dachverbands Natur Bietigheim-Bissingen, Traute Theurer, zum Dachverbandsspaziergang begrüßen, der wie jedes Jahr traditionell am 2. Sonntag im Februar durchgeführt wurde und der dieses Mal unter dem Motto „Grenzsteine auf der Bietigheimer Markung“ stand.

Als kompetenten Experten hat Traute Theurer Wilfried Lieb aus Ludwigsburg gewinnen können, der in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bietigheim-Bissingen die Markungssteine rund um Bietigheim-Bissingen erfasst, kartografiert und fotografiert hat.
Umgänge entlang der Markungsgrenze hätten Tradition, sie seien schon vor 500 Jahren regelmäßig durchgeführt worden, so Wilfried Lieb. Teilgenommen hätten zu diesen Zeiten die Honoratioren der Stadt, Bürgermeister und Gemeinderat, Schul-meister, Feldschütz, Bürger, aber auch Schulknaben, ca. 50 Namen seien in den Protokollen aus der damaligen Zeit aufge-führt. Namen von Frauen (und Mädchen) suche man allerdings vergebens.
Start der Wanderung war der Waldhof zwischen Bietigheim und Löchgau und schon nach wenigen Metern stieß die Gruppe auf einen Drei-Markungsstein, der am Schnittpunkt der Markungen von Metterzimmern, Löchgau und Bietigheim steht, versehen mit den charakteristischen Zeichen für die Ortschaften: einem Mühlrad für Metterzimmern, einem „L“ für Löchgau und dem Wappenturm für Bietigheim. Erstaunlich war die hohe Dichte an Grenzsteinen, teilweise in nur 20 m Abstand konnten die steinernen Zeitzeugen entdeckt werden. Laut Wilfried Lieb um-säumten ca. 450 Grenzsteine allein die Bietigheimer Markung, von denen noch ca. 200 stehen würden. Verantwortlich für diese Grenzsteine seien die sogenannten „Untergänger“ gewesen.
Einige der Steine seien in den letzten Jahren durch Mitarbeiter des Bauhofs Bietigheim-Bissingen wieder aufgerichtet worden, aber auch für Revierförster Armbruster sei der Erhalt der Steine ein Anliegen.
Nach gut zweistündigem Gang durch Markung und Geschichte dankte Traute Theurer Wilfried Lieb für die interessanten geschichtlichen Details – und engagierte ihn sofort für eine Fortsetzung am zweitem Februarsonntag im nächsten Jahr.

sd

Vortrag zu Orchideen in Bietigheim-Bissingen

Nur einen kleinen Ausschnitt der Vielfalt der Orchideenwelt konnte Rolf Schäfbuch in Wort und Bild den zahlreichen Zuhörern auf der öffentlichen Veranstaltung des Dachverband Natur Bietigheim-Bissingen im Anschluss an die Jahreshauptversammlung zeigen.

Von den etwa 1.000 Orchideengattungen mit 15.000 bis 30.000 Arten, die von den Botanikern anerkannt werden, seien etwa 12 – 13 Arten auf der Bietigheim-Bissinger Markung heimisch. In seinen Ausführungen beschränkte sich der Orchideenexperte jedoch nicht auf die hiesige Region, sondern zeigte in eindrucksvollen Bildern die Vielfalt dieser Pflanzenfamilie im Mitteleuropa: Von leuchtend farbig wie die verschiedenen Knabenkräuter bis farblos  ohne Blattgrün wie die Nestwurz.

Leider sei das Vorkommen der Orchideen sehr wechselhaft. Zum einen stellten die Pflanzen hohe Ansprüche an den Standort, zum anderen könne es vom Samen bis zum Keimen des ersten Blattes bis zu 5 Jahre dauern, bis zur Blüte 10 Jahre. Auch würden die veränderten klimatischen Bedingungen zu einem Rückgang der Orchideenvorkommen auch auf unserer Markung sorgen.

Jahreshauptversammlung DV Natur

In ihrem Tätigkeitsbericht ließ Vorsitzende Traute Theurer das vergangenen Vereinsjahr nochmals Revue passieren.
Besondere Erwähnung fand dabei der alle zwei Jahre stattfindenden „Waldspaziergang“ am 3. Oktober, bei dem Hermann Großmann, der Leiter des städtischen Bauhof und der Stadtgärtnerei, bei wunderbarem Spätsommerwetter im Bürgergarten die „Bäume der Stadt“ vorstellte. Über 40 Personen hätten daran teilgenommen und viel Neues über die verschiedenen Baumarten und deren teilweise recht aufwändige Pflege erfahren.
Der bereits traditionelle Dachverbandsspaziergang im Februar befasste sich mit den Grenzsteine auf der Bietigheimer Markung. Als kompetenten Experten konnte dazu Wilfried Lieb aus Ludwigsburg gewinnen gewonnen werden, der in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bietigheim-Bissingen die Markungssteine rund um Bietigheim-Bissingen erfasst, kartografiert und fotografiert hat.
Auch der jüngste Mitgliedsverein des Dachverbands, der „Bietigheimer Apfelsaft e. V.“, entwickele sich weiterhin gut. Seit einigen Wochen sei wieder Bietigheimer Cidre im Handel. Durch die erhöhte Vergütung trage man zum Erhalt der landschaftsprägenden Streuobstwiesen bei und erzeuge nebenbei auch ein wirklich qualitativ hochwertiges und gesundes Nahrungsmittel, so Traute Theurer.
Im Vorstand des Dachverbands ergab sich bei den turnusmäßig anstehenden Vorstandswahlen keine Änderung: Traute Theurer (1. Vorsitzende), Bernd Holsten (2. Vorsitzender), Margot Müller (Kassiererin), Inge Schumacher (Schriftführerin) und Albrecht Kurz (Pressewart) wurden einstimmig wieder gewählt.

Unterstützung für Beitritt zu AG Fahrradfreundliche Kommune

Mit einer Spende über 2000 € wollen der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) und der Dachverband Natur (DV Natur) die Stadt unterstützen, um den Beitritt Bietigheim-Bissingens zur Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e.V. (AGFK-BW) schon 2012 zu ermöglichen. Vor 2 Wochen hatte der Verwaltungs- und Finanzausschuss dieses bei Stimmengleichheit aus Kostengründen abgelehnt.

Für Traute Theurer, Vorsitzende des Dachverband Natur, und Albrecht Kurz, Vorsitzender des ADFC Bietigheim-Bissingen, war diese Ablehnung eine große Enttäuschung, profitiere doch die Stadt Bietigheim-Bissingen von einem Beitritt zur AGFK. Auch wenn das Radnetz und die Radinfrastruktur in der Stadt gut entwickelt sei, so lohne doch der Blick über die Stadtgrenzen hinaus, um die noch vorhandenen Schwachstellen zu verbessern. „Gerade im Hinblick auf die neuen Regelungen der Straßenverkehrsordnung mit Rad- und Schutzstreifen ist ein Blick über den Tellerrand und ein Erfahrungsaustausch mit anderen engagierten Kommunen wichtig“, so Albrecht Kurz. Die Stadt könne von dem Wissen, den Erfolgen und Misserfolgen anderer Kommunen profitieren.
Die Ziele der AG wie die Verbesserung der Verkehrssicherheit von Radfahrern, die Erhöhung des Radverkehrsanteils am Gesamtverkehrs, eine bessere Partnerschaft der verschiedenen Verkehrsteilnehmer oder die Verankerung des Fahrrads als umweltfreundliches und nachhaltiges Verkehrsmittel im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger würden sich mit den satzungsgemäßen Zielen der beiden Vereine decken, so Traute Theurer. Deshalb sei die Unterstützung der Stadt für den Beitritt durch ADFC und DV Natur schlüssig.
Für den Beitritt zu den Fahrradfreundlichen Kommunen sei die Stadt gut gerüstet. So sei ein Baustein, den sie einbringen könne, der Radschulwegplan für die Ellentalgymnasien, der im Frühjahr 2012 fertig werden solle. Dieser von einer Arbeitgemeinschaft von Eltern der Ellentalgymnasien gemeinsam mit dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, ADFC und Stadtverwaltung erarbeitete Radschulwegplan sei bisher einzigartig im Land.
Für die beiden Vereinsvorsitzenden hat der Beitritt auch einen symbolischen Wert. Es werde damit deutlich gemacht, dass es die Stadt Bietigheim-Bissingen ernst meine mit der Förderung des Radverkehrs. Dies sei auch ein Ansporn und eine Messlatte für das weitere Handeln in der Stadtpolitik. Wenn dann auch noch die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Stadt“ errungen werden könne, sei das eine Anerkennung für die Bemühungen der Stadtverwaltung und der engagierten Bürgerinnen und Bürger. Und dazu, so Traute Theurer und Albrecht Kurz abschließend, sei der Beitritt zur AGFK-BW notwendig.

sd

Markungsspaziergang des Dachverband Natur "Bietigheimer Untergangsjubiläum"

Etwa 50 Teilnehmer nahmen bei klirrender Kälte am diesjährigen Markungsspaziergang des Dachverband Natur, traditionell am 2. Sonntag im Februar, teil. Wie im vergangenen Jahr war man auch dieses Mal wieder den Grenzsteinen auf Bietigheimer Markung auf der Spur.

Unter der Führung von Wilfried Lieb aus Ludwigsburg, der in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bietigheim-Bissingen die Markungssteine rund um Bietigheim-Bissingen erfasst, kartografiert und fotografiert hat, konnten auf ca. 1,5 km Mar-kungsgrenze 40 Steine begutachtet werden. Laut Wilfried Lieb umsäumten ca. 450 Grenzsteine allein die Bietigheimer Markung, von denen noch ca. 200 stehen würden.
Der rund 2 ½ stündige Spaziergang führte um den Hirschberg und durch das Löchgauer Tal, um dann im Rossert den Grenzsteinen der Markungsgrenzen zwischen Bietigheim, gekennzeichnet mit dem Wappenturm, Löchgau („L“) und Be-sigheim (Doppeltürme) zu folgen. Die Steine, meist oben gekennzeichnet mit einem Kreuz, sind neben dem Markungs-kennzeichen versehen mit der Jahreszahl ihrer Aufstellung und einer fortlaufenden Nummerierung. Auch der jüngste auf Bietigheimer Markung bekannte Grenzstein aus dem Jahre 1907 konnte zum Abschluss zwischen Rossert und Brachberg noch aufgefunden werden.
Verantwortlich für diese Grenzsteine seien in früheren Zeiten die sogenannten „Untergänger“ gewesen. Und so fand die Veranstaltung dieses Jahr gemeinsam mit dem Stadtmuseum Hornmoldhaus statt, denn Conrad Rotenburger, dem gerade als Autor der „Biblischen Summarien“ eine Ausstellung im Hornmoldhaus gewidmet ist, war als Geometer Chef der Untergänger und führte das Bietigheimer Untergängerbuch, so die Museumsleiterin Frau Ille-Kopp.
Jedes Jahr fanden Kontrollgänge um die Markung statt. Dieses Jahr, so Wilfried Lieb, könne man in Bietigheim ein Jubiläum begehen: das erste Untergängerprotokoll sei aus dem Jahre 1562, also vor 450 Jahren dokumentiert.

sd

Alte Mähtechnik neu entdeckt

In Zusammenarbeit zwischen Dachverband Natur und der Schiller-Volkshochschule fand zum zweiten Mal ein Mähkurs mit der Sense auf einer Streuobstwiese auf der Bietigheimer Markung statt. Unter der bewährten Anleitung von „Mähexperte“ Herbert Daub und mit Unterstützung von Wolfgang Bitz und Reiner Theurer lernten neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Mähen mit reiner Muskelkraft und der altbewährten Sense.

sd

sd

Markungsspaziergang des DV Natur 2013

Aktualisierung der Wanderwege zum Ziel
Am vergangenen Sonntag konnte die Vorsitzende des Dachverbands Natur Bietigheim-Bissingen Traute Theurer bei strahlendem Sonnenschein knapp 60 Wanderfreunde begrüßen, um den Rundwanderweg 1 rund um die Altstadt Bietigheim abzulaufen.

Die Wanderwege rund um Bietigheim-Bissingen stehen auf der Agenda des Dachverbandes für die Markungsspaziergänge der nächsten Jahre. In einer Broschüre „Wander- und Radwege rund um Bietigheim-Bissingen“ wurden 1989 vier ausgeschilderte Wanderwege rund um die Stadt veröffentlicht. Diese nun abzuwandern, den Streckenverlauf zu überarbeiten und sie in neuer Form zu veröffentlichen, hat sich der Dachverband zum Ziel gesetzt.
Nach dem Start am „Unteren Tor“ verlief die 6,5 km lange Strecke über die Aussichtsplatte Lug auf der Höhe, durchs Mettertal und über die Peterskirche zurück zum Ausgangspunkt.


Waldspaziergang des DV Natur 2012

Wissenswertes aus dem Wald
Auf dem gut 3-stündigen Rundgang spannte Armbruster den zeitlichen Bogen von der Eiszeit in die Zukunft. Der Name des Rotenacker Waldes, so eine Erklärung, stamme von den (roten) Buntsandsteinablagerungen der Enz, die vor der letzten Eiszeit hier geflossen sei.
Die heute bestehenden Waldgrenzen seien durch Rodungen entstanden, die vor etwa 2000 Jahre begonnen hätten, um Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen, und bis in die Zeit Karls des Großen angehalten hätten. Seitdem hätten die Wälder in unserer Region in etwa die heute Gestalt. Bis Ende des 19 Jahrhunderts wurde der Wald intensiv von der Bevölkerung genutzt: Er lieferte Brennholz für Ofen und Herd, Futter für die Haustiere, Streu für die Ställe. Das Bild, das der Wald zu dieser Zeit bot, sei folglich ein völlig anderes gewesen: Der Waldboden sei kahlgefegt gewesen, die Bäume hätten Abstände von 20 m gehabt.
Durch diesen immerwährenden Nährstoffentzug seien die Waldböden über die Jahrhunderte immer schlechter geworden. So setzte um 1900 die Nadelholzwelle ein. Diese wurden bewusst angepflanzt, da sie auch auf nährstoffarmen schlechten Boden wachsen und schnell Holz liefern.
Seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts pflanze man meist die „Odenwälder Mischung“ mit den Baumsorten Eiche, Buche, Kiefer und Lärche. Ziel sei es, hochwertiges, d. h. Gleichmäßiges und astfreies Holz zu bekommen, v. a. für die Möbelindustrie. So werde schon jetzt frühzeitig darauf geschaut, geeigneten Bäumen gute Wachstumsbedingungen zu schaffen. Ob diese „Zukunftsbäume“ dann einmal das gewünschte hochwertige Holz liefern werden, werde sich zeigen: Noch immer habe die Natur darauf mit Sturm, Blitzschlag und Klimaänderung entschei-denden Einfluss, so Armbruster.
„Unterhaltsam, lehrreich und gesund“, so fasste Dachverbandsvorsitzende Traute Theurer in ihrem Dank im Namen der An-wesenden den Nachmittag zusammen.

Was ist erlaubt im Landschaftsschutzgebiet

Jahreshauptversammlung des Dachverband Natur
Bietigheim-Bissingen

Freizeitnutzung gegen Naturschutz – oft gibt es Konflikte zwischen den beiden Interessen. Auf der Jahreshaupt-versammlung des Dachverband Natur Bietigheim-Bissingen gab der Erste Landesbeamte des Landkreises Lud-wigsburg Dr. Utz Remlinger Auskunft zum Thema „Was ist erlaubt – was ist verboten im Landschaftsschutzgebiet“.

Zuvor jedoch gab Dachverbandsvorsitzende Traute Theurer einen Überblick über das vergangene Vereinsjahr. Veran-staltungen mit Außenwirkung waren die Teilnahme des Dachverbands und der Mitgliedsvereine am Sommerferienpro-gramm 2011 mit acht Veranstaltungen zum Thema Umwelt und Natur. Die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte finde auch in diesem Sommer wieder statt. Weitere Veranstaltungen des Dachverband seien u.a. der schon zur Tradition gewordene Dachverbandsspaziergang auf der Bietigheim-Bissinger Markung – dieses Mal waren ca. 50 Interessierte bei klirrender Kälte auf dem Grenzsteinweg im Rossert mit Herrn Wilfried Lieb unterwegs – und der Sensenmähkurs
Den Beitritt der Stadt zur „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune“ habe der Dachverband gemeinsam mit dem ADFC gesponsert, da diese sonst wegen der Beitrittskosten von 2.000 € keine Mehrheit im Gemeinderat gefunden habe. Der Beitritt sei aber richtig und wichtig, um den Radverkehr in der Stadt voran zu bringen und überregionale Netzwerke zu nutzen, so Traute Theurer.
Der jüngste Mitgliedsverein, der „Bietigheimer Apfelsaft“ mache weiterhin viel Freude und entwickele sich gut. Verstärkt müsse jedoch Werbung für die Produkte Bietigheimer Apfelsaft, Bietigheimer Cidre und Bietigheimer Apfelschorle gemacht werden, damit die Mostobstannahme auch weiterhin auf dem hohen Niveau erfolgen könne. Vor allem bei den anstehenden Vereinsfesten könne für zusätzlichen Absatz gesorgt werden.
Als Einstieg in den Vortrag von Dr. Utz Remmlinger zeigte Traute Theurer ein paar exemplarische Fotos von Verstößen gegen die Landschaftsschutzgebietsverordnungen auf Bietigheim-Bissinger Markung: Freizeitterasse, Wohnwgen mit Wohnzelt, Klohäusle, Umzäunung mit Stacheldraht bzw. feste Einzäunungen.

Grundsätzlich, so der Erste Landesbeamte dann in seinen Ausführungen, bedürfen im Landschaftsschutzgebiet alle Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.
Eine Erlaubnis sei deswegen bspw. notwendig für bauliche Anlagen, auch Terrassen mit Natursteinen, Einfriedungen, Veränderung der Bodengestalt, Lagern von Gegenständen.
Der Landkreis versuche, konsequent die aktuellen Fälle mit Baurechtsbehörden, Abfallbehörde, Wasserbehörde und Poli-zei abzuarbeiten. Leider sei allzu oft mangelndes Umweltbewusstsein der Bürger und fehlende Kooperationsbereitschaft der Eigentümer bzw. Pächter zu beobachten, so dass weit mehr als 100 neue Fälle pro Jahr entstünden, die meist langwierige Verfahren nach sich ziehen würden. Hier stoße man leider an die Kapazitätsgrenzen der Umweltschutzbehörde des Kreises.
Auch in Bietigheim-Bissingen wolle man die besonders belastete Gebiete aufgreifen, erfreulicherweise sei von der Stadt Bietigheim-Bissingen die Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert worden, so Dr. Utz Remmlinger,


Markungsspaziergang des DV Natur 2014

Auf dem Rundwanderweg 2
Zum traditionellen Markungsspaziergang im Februar konnte Traute Theurer, Vorsitzende des Dachverbands Natur Bietigheim-Bissingen, nahezu 60 interessierte Teilnehmer willkommen heißen.
Die ca. 8,5 km lange Strecke führte dieses Jahr auf einem Teilstück des Bietigheimer Rundwanderweges 2, der zur Zeit vom Schwarzwaldverein Bietigheim-Bissingen überarbeitet und neu ausgeschildert wird.

Unter der Führung von Wolfgang Wachter, Wegewart des Schwarzwaldvereins Ortsgruppe Bietigheim-Bissingen, führte die Wanderstrecke von der Rommelmühle entlang der Flößerstraße und den Brühlwiesen enzaufwärts nach Untermberg und auf dem Hochwasserdamm der Enz entlang zum großen Streichwehr bei der Bissinger Sägemühle.
Immer wieder streute Wanderwart Wachter interessante naturkundliche und historische Informationen ein. So auch hier über die neue Wasserkraftschnecke, die zur Erhöhung der Stromerzeugung des gegenüberliegenden kleinen E-Werkes, welches sich seit 1893 im Betrieb befindet, dient. In diesem Zusammenhang musste das Wehr um 20 Zentimeter erhöht werden.

sd

sd

Wespen und Hornissen –
Plagegeister oder Nützlinge?

Vortrag auf Jahreshauptversammlung des
Dachverband Natur

Wissenswertes über Wespen und Hornissen konnte Martina Wonner bei einer öffentlichen Veranstaltung des Dachverband Natur Bietigheim-Bissingen vermitteln. Zuvor ließ Vorsitzende Traute Theuer auf der Jahreshauptversammlung in ihrem Vor-standsbericht das vergangene 30. Vereinsjahr Revue passieren.
Noch immer seien Hornissen und Wespen pauschal als Plagegeister verschrien und ihre Nester ungern gesehen, so Martina Wonner, ehrenamtliche Fachberaterin für Honissen- und Wespenschutz beim Landratsamt Ludwigsburg. Jedoch seien 5 der hier heimischen 7 Wespenarten sowie die Hornissen für den Menschen harmlos, sie ernähren sich von Nektar und Baumsäften und kämen nicht an den Esstisch. Jedoch würden auch sie oft bekämpft und ihre teilweise in Büschen sichtbaren Nester zerstört. Nur die gemeine und die deutsche Wespe würden gern an Kuchen, Süßigkeiten und am Grillfleisch naschen und dadurch lästig in die Nähe von Menschen kommen.
Die verschiedenen Wespenarten, von denen die Hornisse die größte sei, seien Insektenjäger und damit Nützlinge, so Won-ner. Hornissen beispielsweise würden Nachtfalter, Forstschädlinge und andere Wespen für die Brutaufzucht erlegen, ein Hornissenvolk bis zu ein Pfund pro Tag.
Auch sei wichtig, dass Wespen und Hornissen ihre Nester nur ein Jahr bewohnen, im nächsten Jahr werde ein neues an einem anderen Standort gebaut. Denn anders als bei den Bienen überlebe bei Wespen und Hornissen nur die Königin den Winter. Sie beginne nach den ersten warmen Frühlingstagen mit dem Bau eines Nestes, der Eiablage und der Aufzucht der ersten Arbeiterinnen. Sobald die Arbeiterinnen geschlüpft seien, widme sich die Königin nur noch der Eiablage. Der Höhepunkt der Wespenpopulation sei von August bis Oktober. Spätestens im November, nach der Befruchtung der neuen jungen Geschlechtstiere erlischt das Leben im Nest. Die jungen Königinnen überwintern an geschützten Stellen, um im nächsten Jahr ihren eigenen Staat zu gründen.
Bei Problemen mit Wespen im eigenen Haus oder Garten könne man sich gerne an das Landratsamt wenden. Bisher habe man noch immer eine Lösung gefunden, so Martina Wonner. (Weitere Infos unter http://www.landkreis-ludwigsburg.de/ deutsch/buerger-info/umwelt/naturschutz/ artenschutz/).

Auf dem Jahreshauptversammlung des Dachverband Natur hob Vorsitzende Traute Theuer in ihrem Tätigkeitsbericht besonders die Neuauflage der Broschüren zu den Bietigheimer Wanderwegen hervor. Das Faltblatt zu „Wanderweg 1“ sei letztes Jahr veröffentlicht worden und werde rege nachgefragt, der „Wanderweg 2“ sei derzeit in Bearbeitung. Weitere Höhepunkte des vergangenen Jahres waren wieder die Beteiligung am Kinderferienprogramm mit 30 Kindern, am Apfelfest sowie der Dachverbandsspaziergang Anfang Februar und das Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen des Dachverbandes.

Fotos:
• Hornissen im Nest
• Feldwespe auf ihrem Nest
(Quelle: Martina Wonner)

Wehr der Hübnerschen Mühle an der Metter

Markungsspaziergang des DV Natur 2015

Weitere Etappe auf dem Rundwanderweg

Zum diesjährigen Markungsspaziergang des Dachverband Natur Bietigheim-Bissingen konnte Vorsitzende Traute Theurer wieder knapp 50 interessierte Teilnehmer willkommen heißen. Bei herrlichem Winterwetter stand ein weiteres Teilstück des Bietigheimer Rundwanderweg 2 auf der nördlichen Markung Bietigheims auf dem Programm.

Da der Rundwanderweg 2 insgesamt ca. 33 km lang ist, wird er bei den jährlichen Markungsspaziergängen des Dachverbands in mehreren Etappen erwandert. Wurde im vergangenen Jahr eine Runde um Bissingen und Untermberg gegangen, so startete und endete dieses Jahr der Spaziergang am Unteren Tor in Bietigheim. Fach- und sachkundig geführt wurde die Gruppe von Wolfgang Wachter, Wegewart des Schwarzwaldvereins Ortsgruppe Bietigheim-Bissingen, der auch an verschiedenen Stationen immer wieder historische und naturkundliche Erläuterungen einflocht.

ber die Ziegelstraße und den Bergweg führte die Wegstrecke auf dem Bietigheimer Wengertweg durch die Weinsteillagen hoch über dem Enztal, um am Ende dieses herrlichen Panoramaweges hinab zu wandern ins Hirschberger Tal. Unterwegs gab es Infos über den Hirschberg, einen ehemaligen Umlaufberg der Enz, den Brachberg und Rossert, über welche die Bietigheimer Markungsgrenze verläuft.
Durch das Löchgauer Tal, im Volksmund auch Hasental genannt, führte die Strecke im Tal vorbei an dem Gewann Söllert hoch zur Landstraße nach Löchgau. Nochmals konnte von hier aus eine weitreichende Aussicht über den Landkreis Ludwigsburg bis Stuttgart genossen werden.
An einer am Wegesrand an einem Baum aufgehängten Steinkauz-Niströhre oberhalb des Altenbachtals erläuterte Traute Theurer, dass dieser und weitere Nistkästen auf Bietigheimer Markung mit finanzieller Unterstützung des Vereins „Bietigheimer Apfelsaft“ angebracht worden seien. Durch die Schaffung und artgerechter Anbringung von künstlichen

Brutplätzen für Steinkäuze sei die Population von Brutpaaren in den letzten 20 Jahren im Landkreis Ludwigsburg wieder von 8 auf 214 Brutpaare angewachsen.
Die Rundtour führte hinab zur Mettermühle Hübner, welche in ihrem Ursprung auf das Jahr 1484 zurück geht. Noch heute wird hier die Wasserkraft zur Energieerzeugung verwendet.
Zurück am Unteren Tor dankte Dachverbandsvorsitzende Traute Theurer allen Teilnehmern für ihr Kommen und das Interesse an dieser heimatkundlichen Tour und kündigte bereits die Fortsetzung im kommenden Jahr an.

(Bild: Erläuterungen an einem Steinkauz-Nistkasten oberhalb des Altenbachtales.)

Markungsspaziergang des DV Natur 2016

Stadt am Wasser

„Wasserkraft entlang der Metter“ war das Motto des diesjährigen Markungsspaziergang des Dachverband Natur Bietigheim-Bissingen, der traditionell am 2. Februarsonntag stattfand. 35 interessierte Teilnehmer konnte Vorsitzende Traute Theurer auf dem 6,5 km langen, dreistündigen Rundgang unter der Führung von Albrecht Kurz begrüßen.

Zwischen 1300 und 1850 war die Wasserkraft in Bietigheim die einzige Antriebsquelle. Wie wichtig die Wasserkraft war, zeigten so Kurz die Standorte der wichtigsten Industrieanlagen zur Mitte des 19. Jahrhunderts, die allesamt die Wasserkraft nutzten: Die Schönlebersche Tuchfabrik an der Enz, die Schumachersche Wetzsteinfabrik mit einer Mühle an der Metter ebenso wie die Dampfkochtopf-Fabrik Umbach/Melchior und die Holzmosaik-fabrik Kleemann. Sogar 1856 sei die Kammgarnspinnerei bewusst noch wegen der Wasserkraft an der Enz gebaut worden.

Nur noch von wenigen Mühlen sind Spuren erhalten. Jedoch konnte Albrecht Kurz anhand alter Flurkarten von 1830 die Lage der Mühlen, Wehre und Mühlkanäle erläutern. Von den Enzmühlen links und rechts der alten Enzbrücke sei nichts mehr zu sehen. Ab 1536 sei hier die Wasserkraft für den Antrieb von Getreide-, Säg-, Loh-, Gips-, Walk- und Olmühlen sowie Hanfreiben genutzt worden. Kurz vor dem Übergang ins 20 Jh. habe die Wasserkraft für den direkten Antrieb der Maschinen an Bedeutung verloren. Die Wasserkraft wurde für die Gewinnung von Strom im 1896 von Friedrich Konz gebauten Elektrizi-tätswerk verwendet. Auch die Sägemühle habe eine neue Nutzung bekommen: In ihr wurde um 1910 das erste Kino Bietigheims eröffnet.

Nach dem Abstecher zur Enz ging die Wanderung der Metter entlang. Hier war schon seit 1304 eine Mühle überliefert, die Errichtung eines Wehres und Mühlkanals sei hier sehr viel einfacher als an der breiten Enz gewesen. Jedoch habe man hier im Frühjahr mit Hochwasser, im Sommer mit Trockenheit und im Winter mit Vereisung seine Probleme gehabt. Von der unteren Bachmühle seien heute nur noch die Reste der Faberschen Holzwarenfabrik von 1891 zu sehen. Die beiden Villen der Fabrikbesitzer zeugten aber noch von der Blütezeit der Fabrik, die hier auch die Wasserkraft der Metter nutzte. Von der oberen Bachmühle sind noch Wehr und Mühlkanal erhalten. Die Wasserkraft zerkleinerte seit 1862 als Dreckmühle Gestein für die Schumachersche Fabrik an der Löchgauer Straße, von der heute nur noch der ehemalige Wasserturm zeugt. In Betrieb sei aber noch die 3. Bietigheimer Mettermühle, die Hübnersche Mühle, unterhalb des Friedhof St. Peter.

Vorbei an der Brunnenstube am Friedhof, aus der früher der Marktbrunnen gespeist worden sei, führte die Route über die Höhe der Bahn entlang und wieder ins Mettertal zur Metterzimmerer Mühle. Diese, 1714/15 als Ölmühle errichtet, sei ab 1728 als Getreidemühle umgebaut worden, da erst ab diesem Zeitpunkt die Metterzimmerer Bauern ihr Korn hier hätten mahlen dürfen. Vorher habe ihnen die Mühlenordnung geboten, dies in der Mühle in Kleinsachsenheim anzuliefen. Bis 1959 war die Mühle noch in Betrieb, heute ist nur noch eine Absperrvorrichtung des Mühlkanals zu sehen.
Nach einem kurzen Rundgang durch Metterzimmern führte die Strecke durchs Altenbachtal zurück nach Bietigheim.

(Bild: Wehr der Hübnerschen Mühle an der Metter.)

sd

Markungsspaziergang des DV Natur 2017

Dem Rundwanderweg 2 entlang

Zum diesjährigen Markungsspaziergang des Dachverbandes Natur Bietigheim-Bissingen konnte die Vorsitzende Frau Traute Theurer ca. 40 interessierte Teilnehmer am unteren Tor willkommen heißen. Wanderstrecke war ein weiteres Teilstück des im vorigen Jahr fertig ausgeschilderten, 16 km langen Rundwanderweges 2 des Dachverbandes.

Geführt wurde die Gruppe vom Wegewart des Bietigheimer Schwarzwaldvereins Wolfgang Wachter, welcher die Teilneh-mer über die bestehenden Wanderwege rund um unsere Stadt informierte. Zur Zeit bestünden neben den Wegen des Schwäbischen Albvereins, dem „Bietigheimer Weg“ des Schwarzwaldvereins, den Rundwanderwegen des Dachverbandes Natur, dem Flößerweg und den neu aus-geschilderten Wegen der 3B-Touristik ein ausreichendes und vielseitiges Angebot an Wander- und Spazierwegen.

Der Spaziergang führte die Gruppe über die alte Enzbrücke und der Enz entlang durch den Bürgergarten zum Geologischen Pfad unterhalb der hohen Muschelkalkfelswand an der Wobachstraße. Diese knapp 20 m hohe Felswand wurde einst durch die Erosionskraft der Enz freigelegt, und bietet eine passende Kulisse für die 9 Informationstafeln und Gesteinsformationen, die dem Betrachter Einblicke in die Erdgeschichte Baden-Württembergs geben.

Die Wobachstaffel steil bergan, über die Karlstraße und auf der ehemaligen Bahntrasse durch die Brandhalde erreichte die Wandergruppe den Museumsbunker Ro1 der einstigen Neckar-Enz-Stellung, welche in den Jahren 1935 – 1939 von Eberbach bis nach Enzweihingen errichtet wurde. Dieser Bunker wurde in mühevoller Arbeit durch den Arbeitskreis Bunkerforschung des Geschichtsvereins Bietigheim-Bissingen orginalgetreu restauriert und ist ein stiller Zeuge an die damalige Zeit.

Ein kurzer Abstieg führt uns nun hinab in das ca. 50 ha große Landschaftsschutzgebiet ,,Enztal, zwischen Bissingen und Bietigheim“ mit seinen Flurnamen Wörth, Fürhauptwiesen, Wasen, Brandhalde, Langwiesen, Wullingsfurt und Fischerpfad. Im Zuge der Landesgartenschau wurde der Langwiesenteich als stehendes Gewässer angelegt und an seinem Ufer alte Kopfweiden wieder eingepflanzt. Eine weitere Maßnahme war auch die Renaturierung der Saubachmündung in die Enz, die vorher verdohlt war.

Den Rundwanderweg für kurze Zeit verlassend überquerte man nun die Enz über die Langwiesenbrücke und weiter zum Steinbruch Fink, welcher sich seit 1912 im Besitz der Familie Fink befindet. Vertraglich endete der Gesteinsabbau Ende des Jahres 2012. Weiterhin besteht auf dem Gelände das Betonwerk, ein Schüttgutumschlag und eine Recyling-Anlage. Seit dem Ende des Gesteinsabbaues erfolgt die Rekultivierung durch Erdauffüllung.

Von unserem Standort aus wurde vielen erst bewusst, welch große Ausdehnung dieses Steinbruchgelände hat. Auch kam das Gespräch auf die an diesem Ort geplante Biogutvergärungsanlage, welche aber durch den Bürgerentscheid am 17. Juli 2016 abgelehnt wurde.
Zurück zum Ausgangspunkt ging es anschließend wieder auf dem Rundwanderweg vorbei an der Peterskirche hinab ins Mettertal und durch die Metteranlagen.

(Foto „Nach dem Start m Bürgergarten“)

Zukunft der Steillagen

Nach dem Start m Bürgergarten

Markungsspaziergang des DV Natur 2018

Zukunft der Steillagen

In seinem 35. Jubiläumsjahr lud der Dachverband Natur Bietigheim-Bissingen zu seinem alljährlichen Markungs-spaziergang ein, diesmal unter dem Motto "Unsere terrassierten Steillagen über der Enz - welche Zukunft haben sie". Weinerlebnisführer und Winzer Stefan Muck führte die rund 80-köpfige Gruppe von Interessierten aus den 16 Dachverband-Mitgliedsvereinen durch die Wein-Steillagen entlang des Bietigheimer Bergwegs.

Eindrücklich waren am Bergweg die aktuellen Veränderungen zu sehen. Flächen die einst Weinberge waren, sind jetzt auf-gelassen. Teilweise sind sie ungepflegt, teilweise als Freizeitstückle genutzt. Zurückzuführen sei diese Umwandlung von Rebflächen auf die teilweise Aufhebung des EU-Anbaustopps: Bisher durften neue Reben nur auf Flächen gepflanzt werden, auf denen schon vorher Wein angebaut wurde. Ein Winzer, der seine Anbaufläche erweitern wollte, konnte dies also nur, indem er Pflanzrechte eines anderen Winzers erwarb. Jetzt sei eine Verlagerung der Anbauflächen möglich, was auch hier auf der Markung jetzt zur Aufgabe von Steillagen und zum Weinanbau auf ebene Bereichen führe. Eine Ausweitung der Gesamtfläche sei aber weiterhin nur sehr begrenzt möglich. Jedes EU-Mitgliedsland dürfe jährlich Genehmigungen für Neuanpflanzungen für Rebflächen bis zu ein Prozent der bepflanzten Flächen beantragen. Für Baden-Württemberg gelte ein Wert von 0,35% pro Jahr.
Die Aufgabe von Steillagen bringe Nachteile für Winzer, Natur und Landschaft. So sei mit mehr Beschattung, Vögeln und Schädlinge aus die angrenzenden, teilweise ungepflegten Grundstücke zu rechnen. Andererseits verringere sich die Vielfalt der typischen Weinbergflora und -fauna. Große Probleme seien auch zu erwarten, sollten die Mauern durch feh-lende Unterhaltung einstürzen und somit der Hang instabil werden lassen. Angesichts der unten vorbeiführenden B27 war allen Beteiligten klar, dass dies erhöhte Aufwendungen für die Kommune bedeuten würde.

Den Mehraufwand für den Weinanbau im terrassierten Steillagen sei nur mit einer Förderung durch Land und Kommunen aufrechterhalten. Von der Qualität der Steillagenerzeugnisse konnten sich die Teilnehmer direkt vor Ort überzeugen. An den Stationen gab es für jeden eine kleine Kostprobe von Trollinger, Blanc de noir, Chardonnay und Lemberger.

Gut gestärkt und informiert dankte Vorsitzende Traute Theurer zum Abschluss Stefan Muck und allen Anwesenden und lud bereits zum Markungsspaziergang des Dachverbandes im kommenden Jahr ein, wie immer am traditionellen Termin, dem 2. Sonntag im Februar.
(Anhang: Das Foto von Wilhelm Fahrbach zeigt Stefan Muck bei seinen Erläuterungen am Bergweg.)